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20 Minuten – Darum fällt der Euro nicht unter 1.10 Franken



Seit gut einer Woche kostet der Euro leicht mehr als 1.10 Franken. Am Montag stieg der Kurs gar deutlich über diese Marke. Damit war der Franken kurzzeitig so schwach wie seit drei Monaten nicht mehr. Doch was sind die Gründe? Und was könnte die Währung wieder in die andere Richtung bewegen? Eine Übersicht:

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Ist der Franken noch immer zu stark?

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Chancen: «Der Brexit war über die letzten Wochen wohl der stärkste Treiber für das Wechselkurspaar,», sagte ZKB-Devisenexperte Elias Hafner zu 20 Minuten. Die Sorgen um einen ungeregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU haben sich momentan gelegt: Der britische Regierungschef Boris Johnson hat mit Brüssel ein entsprechendes Abkommen ausgehandelt. Zudem wurde der Austritt auf Ende Januar verschoben. Das beruhigt laut Hafner die Märkte – wovon auch der Euro profitiert.

Risiken: Noch hat das britische Parlament dem Brexit-Deal von Johnson nicht zugestimmt. Richten sollen das mögliche Wahlen im Dezember. Johnson will so die Mehrheit im Parlament gewinnen. Verliert er, könnte die Brexit-Unsicherheit könnte die Brexit-Unsicherheit wieder zurückkehren. «Dann wäre der Franken gesucht», so Hafner.

Chancen: Zwischen den USA und China zeichnet sich im Handelskrieg eine Annäherung ab. US-Präsident Donald Trump sagte zu Wochenbeginn, man sei auf dem Weg zu einem Teilabkommen. «Dies reduziert den Aufwertungsdruck auf den Franken», sagt Hafner. Denn: Wird der Streit beigelegt, flüchten die Anleger weniger in den Franken als sicheren Hafen.

Risiken: Die sich abzeichnende Entspannung kann schnell wieder vorbei sein. Eine erneute Eskalation des Konflikts würde den Euro schwächen, den Franken hingegen stärken, sagt Hafner.

Chancen: Im September senkte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen für Banken von minus 0.4 auf minus 0.5 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verzichtete dust darauf auf eine Senkung des Leitzinses. Zwar wurde damit die Zinsdifferenz zwischen EZB und SNB kleiner. «Je stärker sich die Zinsen annähern, desto attraktiver wird der Franken relativ zum Euro», sagt Hafner. Doch die Märkte hätten bei der EZB mit einer deutlicheren Senkung gerechnet, so dass der Euro nach dem Entscheid gar leicht zulegen konnte.

Risiken: Die Wirtschaft kommt im Euroraum nicht in die Gänge. Ändert sich das nicht, dürfte die EZB weiter die Zinsen senken. Verringert sich die Zinsdifferenz zwischen EZB und SNB weiter, könnte das den Franken stärken. Zwar versucht die SNB, eine gewisse Differenz zu halten. Wie ein Experte gegenüber der Wirtschaftsseite Cash.ch aber sagt, glauben die Märkte nicht daran, dass die SNB den aktuellen Leitzins von minus 0.75 Prozent noch weiter senken kann.

Chancen: Wegen der Entspannung beim Brexit und dem Handelsstreit muss die SNB zurzeit nicht an den Devisenmärkten aktiv werden, um den Franken zu schwächen. «Seit September scheint die SNB kaum noch interveniert zu haben», so Hafner. Darauf würden die Sichtguthaben der Banken bei der SNB hindeuten.

risiko: Laut Hafner ist schon bald wieder mit einem stärkeren Franken zu rechnen. «Wir gehen davon aus, dass in drei Monaten der Euro 1.08 Franken kostet.» Je nach Frankenstärke dürfte auch die SNB am Devisenmarkt eingreifen, um den Franken zu stützen. Bei welchem ​​Kurs das ist, gibt die SNB nicht bekannt.


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