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20 Minuten – «Das war dumm, aber das bin ich manchmal»



Nichts mehr hielt Ancillo Canepa in der VIP-Loge. Während die letzten Minuten im Klassiker liefen, tigerte der Boss auf der Tartanbahn neben der Ersatzbank nervös auf und ab. Es galt das 3: 2 gegen den FCB über die Zeit zu bringen. Die Nerven beim Präsidenten flatterten. Beim Trainer brannten die Sicherungen durch.

Ludovic Magnin forderte einen Eckball für seine Mannschaft, hatte aber den Schlusspfiff nicht gehört, ging wutentbrannt auf den Schiedsrichter-Assistenten los. Canepa musste beruhigend eingreifen. Vor der Roten Karte konnte er seinen Trainer nicht mehr retten. Der sagte später reumütig: «Ich muss dazulernen. In ein paar Jahren passiert mir das vielleicht nicht mehr. Es war dumm – aber das bin ich manchmal. »

Für Canepa war die Aktion nicht der Rede wert, nannte es «eine Bagatelle». Der FCZ-Präsident schwebte auf Wolke 7. «Ich bin emotional auf einem Höhepunkt», jubelte er. «Basel zu schlagen, ein gutes Spiel gemacht zu haben – das zeigt die Mentalität, die wir haben. Ich schlafe bestimmt gut. »Und er müsse für einmal nicht von seinem Hund Kookie getröstet werden.

Kollers Plädoyer an die Eigenverantwortung

Erst das zweite Saisonspiel seit der zweiten Runde (1: 2 zuhause gegen St. Gallen) verloren zu haben, war für die Basler ein schwacher Trost. Denn sie mussten den Leaderthron wieder an YB abtreten. Die Herausforderung sei, nach einem intensiven Europacupspiel bereit zu sein, sagte Marcel Koller. Sein Team sei es im Letzigrund nicht gewesen.

«Aber es geht schon am Mittwoch weiter und es ist wichtig, dass wir abschalten können. Es ist auch kein Straftraining angesetzt », so der FCB-Trainer,« sondern fakultativ haben die Spieler die Möglichkeit Pflege, Regeneration oder einen Tag frei zu machen. Das ist wichtig, dass sie selber einschätzen müssen, was für den Kopf besser ist, damit wir im Cup gegen Stade-Lausanne-Ouchy bereit sind. »

Eine «Lex Letzigrund» und das Kopfspiel

Auch Ludovic Magnin richtete den Fokus schon auf den Cup-Achtelfinal. Und da stellt sich die Frage: Kann der FCZ die gute Leistung in Bern wiederholen? «Wir wissen auch, was wir bisher für eine Saison hatten», sagt Magnin. «Wir werden sehen, was auf dem Kunstrasen stattfinden wird. Was den Character angeht, konnte man aber sehen, dass die Mannschaft auf gutem Weg ist. Natürlich hat das Spiel gegen den FCB Kraft gekostet, aber YB hat auch gespielt. Wir treffen uns am Mittwochabend, der Ball liegt im Mittelkreis und der Fight geht los. »

Im Stade de Suisse, obwohl der FCZ im Achtelfinal Heimrecht zugelost bekam. Man musste es wegen der «Lex Letzigrund» aber an GC abtreten. Artikel 7, Ziffer 2 im Reglement zum Schweizer Cup besagt: «Falls zwei in der Auslosung erstgezogene Clubs ihre Heimspiele im gleichen Stadion austragen, hat der Club aus der zuerst gezogenen Spielpaarung Heimrecht. Für die später gezogene Spielpaarung erfolgt ein Platzabtausch. »Damit stand fest, es kommt in Bern und nicht in Zürich zur Finalrevanche von 2018. Und das muss kein schlechtes Omen sein, denn damals holte der FCZ gegen YB den Pokal.

«Der Cup ist eine andere Geschichte. Bern und der Kunstrasen sind eine andere Geschichte », sagt Canepa,« aber der Sieg gibt Selbstvertrauen. Fussball ist bis zu einem gewissen Grad auch Kopfsache. Das hilft sicher für den Mittwoch. »Was nicht half, war die Dummheit des Trainers nach Schlusspfiff am Sonntag. Denn Magnin wird in Bern rotgesperrt fehlen.


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