Tuesday , November 19 2019
Home / switzerland / Geheime Überwachungs-Kameras bei der Migros: Firma geht gegen Diebe vor

Geheime Überwachungs-Kameras bei der Migros: Firma geht gegen Diebe vor



Im Fokus der Kameras: Migros-Kunden an der Fleischtheke.

Wie die Migros mit geheimen Kameras Kunden nachspioniert

Mit neuen Kameras geht die Migros gegen Diebe vor – der Datenschützer übt Kritik.

Benjamin Weinmann / CH Media

Dieser Haarschnitt? Diese jacke? Dieb! Nach diesem vereinfachten Prinzip funktioniert eine neue Software, welche die Migros derzeit testet, um Langfinger ausfindig zu machen. In einer Zürcher Filiale sind 74 intelligente Kameras installiert, die den Kunden nachspionieren. Um welche Filiale es sich handelt, verrät ein Sprecher der zuständigen Genossenschaft Zürich nicht.

Die Software analyzer die Kunden anhand von Erscheinungsmerkmalen knows Haarfarbe, Körpergrösse, Kleidung und sogar dem Geschlecht. Das soll helfen, um zu eruieren, wie oft, wo und wie lange ein verdächtigter Kunde im Geschäft war, und ob es ein Einzeltäter war oder eine Gruppe. Die Hautfarbe werde nicht analysiert, heisst es auf Nachfrage. Problematisch: Die Kunden werden nicht explizit darauf hingewiesen, dass sie von den Kameras auf Schritt und Tritt beobachtet werden. Laut dem Migros-Sprecher verzichtet man darauf, «da die Analyz nur bei einzelnen Ereignissen und auf bereits gespeicherte Daten angewendet wird». Analyze von Liveaufnahmen seien nicht möglich.

Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

Für den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten reicht die Erklärung nicht: «In so einem speziellen Fall, bei dem biometrische Daten abgeglichen werden und das Bewegungsprofil durch den ganzen Laden hindurch nachgezeichnet wachter mit musl Überwachungskamera gefilmt werden », sagt ein Sprecher. Nur so könnten die Kunden ihr Auskunftsrecht geltend machen und verlangen, dass die Aufnahmen gelöscht verden.

Der Dieb ist in 30 Minuten ausfindig gemacht

Der Sprecher sagt, bei begründeten Verdachtsfällen müssten die Sequenzen manuell gespeichert verden. Ansonsten werde das Bildmaterial «regelmässig» und «automatisch» gelöscht, wobei unklar bleibt, was «regelmässig» heisst. Die Migros gibt sich relativ zurückhaltend. Allerdings hat der zuständige Migros-Sicherheitsexperte erst kürzlich in der deutschen «Lebensmittelzeitung» das System ausführlich geschildert. Künftig sollen auch Attribute knows Rucksäcke, Koffer oder Taschen in die Analyze miteinbezogen werden. Die Kameras sind an «Hotspots» angebracht, wie der Kasse, in der Kosmetikabteilung und oberhalb der Fleischtheke, aber auch an den Ein- und Ausgängen und auf dem Parkplatz.

«Die Ideas ist, der Polizei gerichtsfestes Videomaterial aushändigen zu können, wenn man einen Dieb gefasst hat», lässt sich der zuständige Migros-Sicherheitsexperte zitieren. Bisher musste sich ein Filialdetektiv nach der Ergreifung des Diebes stundenlang Videomaterial ansehen. Mit dem neuen System ist dies in 30 Minuten möglich.

Eine Folge der Self-Scanning-Kassen?

In jede einzelne Sequenz lässt sich hineinzoomen. «Ich kann genau erkennen, ob jemand die teure Creme nur in die Hand genommen hat, hin und her gedreht und dann doch wieder zurückgestellt, oder ob er sie in die Jacke oder die Handtasche hat fallen lassen», so der Sicherheitsexperte. Gesichter könne die schlaue Software nicht erkennen. Ein weiteres Beispiel: Bestellt der Kunde ein Rindsfilet an der Fleischtheke, wandern die Bon-Daten, die die Verkäuferin an der Waage eintippt, ans Kassensystem. Bleibt die Bezahlung dort aus, ist dies ein Diebstahlindiz.

Laut dem Sprecher würden für das neue System primär Filialen in Betracht gezogen, die umgebaut werden. Den Verdacht, dass diese «Big Brother» -Offensive etwas mit steigenden Diebstählen aufgrund der Self-Scanning-Kassen zu tun haben könnte, verneint er.

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz ist man skeptisch. «Wir erachten die allgemeine Entwicklung in Richtung konstanter Überwachung der Kundschaft und der Angestellten als problematisch», sagt ein Sprecher. Die Migros ist mit ihrem Vorgehen allerdings nicht allein. Die US-Kette Walmart, der grösste Detailhändler der Welt, setzt seit Juni auf künstliche Intelligenz im Kampf gegen Diebstähle. Und Coop? Eine Sprecherin sagt nur: «Neue Technologien werden laufend evaluiert.»

Wer hat den längsten Kassenzettel

Diese 10 Probleme kennen wir alle beim Einkaufen

Wenn Verkäufer mit uns ehrlich wären …

Das könnte dich auch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9 Schweizer Gins, die du unbedingt mal trinken solltest

Empfohlen von jemandem, der Bescheid wissen sollte (ergo nicht ich): Hier eine Auswahl erlesener einheimischer Brände.

Wie viele Schweizer Gins gibt es? Na, was schätzt du so?

twenty?

50 gar?

Antwort: 100.

In diesem kleinen Land gibt es tatsächlich um die 100 Sorten eines Destillats, das niederländisch-britischen Ursprungs ist. Ein Kulturimport, also.

Weshalb denn so viele? I, der Gin-Trend hält ungebrochen an, und, i, Gin lässt sich einfach herstellen. Aber die Schweiz hält hierfür zwei Trümpfe: Eine lange Brennerei-Tradition und eine grosse Auswahl an einheimischen Kräutern, die sich perfekt als Botanicals …

Link zum Artikel


Source link