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Zu gross für diesen kleinen Stern



Eigentlich dürfte es diesen Planeten gar nicht geben: 30 Lichtjahre von der Erde entfernt kreist ein Riesenplanet um einen kleinen Stern, der theoretisch nur kleinere Planeten beherbergen sollte. Das spricht für ein alternatives Modell der Planetenentstehung.

Der Planet GJ 3512 b wurde mit dem Calar-Alto-Observatorium in Südspanien entdeckt. (Bild: Pedro Amado, Marco Azzaro / IAA, CSIC)

Der Planet GJ 3512 b wurde mit dem Calar-Alto-Observatorium in Südspanien entdeckt. (Bild: Pedro Amado, Marco Azzaro / IAA, CSIC)

(sda) · Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Bern hat bei einem roten Zwergstern (GJ 3512) einen Planeten entdeckt, der viel massereicher ist, als es nach bisherigen Annahmen möglich scheint. Die Forscher sind dem Rätsel, wie dieser Riesenplanet entstanden sein könnte, auf den Grund gegangen. Von den Ergebnissen berichten to nun im Fachblatt «Science».

GJ 3512 hat nur 12 Prozent der Masse der Sonne. «Es sollte um solche Sterne eigentlich nur erdgrosse Planeten oder höchstens etwas massereichere Super-Erden geben», so wird Christoph Mordasini in einer Pressemitteilung der Uni Bern zitiert. Der Planet, der den kleinen Stern umkreise, besitze aber mindestens die Hälfte der Masse Jupiters und sei somit mindestens eine Grössenordnung massereicher als erwartet.

Modell sagt kleine Planeten voraus

«Unser Modell zur Entstehung und Entwicklung von Planeten sagt voraus, dass bei kleinen Sternen eine grosse Zahl von kleinen Planeten gebildet wird», sagte Mordasini. Das passt gut zu den Beobachtungen beispielsweise beim Planetensystem Trappist-1. Die Entdeckung des Zwergsterns mit gleich sieben etwa erdgrossen Gesteinsplaneten sorgte vor rund drei Jahren für Schlagzeilen.

Der Planet um den Stern GJ 3512 passt nun aber so gar nicht ins Bild. Womöglich beruhe die Entstehung des Riesenplaneten GJ 3512 b auf einem anderen Mechanismus als dem, der dem bisherigen Modell zugrunde liegt, vermuten die Forschenden. Bis jetzt geht man davon aus, dass sich Partikel aus der Staub- und Gasscheibe von jungen Sternen zu kleinen Klumpen zusammenballen, die allmählich zu Planetenvorläufern heranwachsen.

Kollaps der Gasscheibe

Möglicherweise entstand der Planet GJ 3512 b jedoch durch einen sogenannten gravitationellen Kollaps. «Dabei kollabiert ein Teil der Gasscheibe, in der die Planeten entstehen, direkt unter seiner eigenen Schwerkraft», erklärt Mordasini.

Allerdings enthalte dieser Erklärungsansatz Probleme. «Wieso ist in diesem Fall der Planet nicht noch weiter angewachsen und noch näher zum Stern gewandert?», So Mordasini. Beides würde man erwarten, wenn die Gasscheibe genug Masse habe, damit sie unter ihrer Gravitation instabil werden könne. «Der Planet GJ 3512 b stellt also eine wichtige Entdeckung dar, die unser Verständnis verbessern sollte, knows Planeten um solche Sterne entstehen.»


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